Christoph Hänsli (*1963 Zürich)



Christoph Hänsli ist ein Konzeptkünstler, der sich in erster Linie der traditionellen Tafelmalerei als Medium bedient. Als Motive wählt er häufig Gegenstände, die an Alltäglichkeit kaum zu unterbieten sind. So entstehen empathische Portraits von obsoleten Lichtschaltern, ungemachten Betten, halbleeren Biergläsern und gestapelten Archivschachteln. Vergänglichkeit und Abwesenheit sind die zentralen Themen seines Schaffens. In keinem seiner Bilder ist ein Mensch zu sehen, und dennoch sind sie von unserem absurden irdischen Dasein durchdrungen. Ohne Pathos und ohne Sentimentalität erzählen die Gegenstände von der Verlorenheit des Menschen in einer Welt, die Ordnung suggeriert. Die schnörkellose Schönheit der in fast altmeisterlichen Sorgfalt ausgeführten Bilder lenkt den Blick des Betrachters auf einen Alltag, für den er längst erblindet ist. Dass Hänsli auf seine kompositorischen Freiheiten verzichtet und die Objekte stets in Lebensgröße und neutral beleuchtet zeigt, erleichtert den Prozess der individuellen Erinnerung und des Wiedererkennens.
Galerie Judin, Berlin

www.christophhänsli.ch


© Foto: Christoph Hänsli


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