Marc Elsener (*1971 Auter-Speys)



Die kleinformatigen Bilder von Marc Elsener muten seltsam altertümlich an. Der Künstler nimmt darin Bezug auf die naive Bauernmalerei, die Volkskunst, die Miniaturmalerei oder die Art Brut. Ebenso erklingen in seinen Arbeiten die Bildsprachen kanonisierter niederländischer Renaissancemaler, etwa von Joachim Patinir oder Pieter Bruegel d. Älteren. In den Bildern von Elsener tummeln sich allerhand skurrile Gestalten in Fantasielandschaften. Inmitten von Nirgendwo gehen die drolligen Figürchen ihren profanen Tätigkeiten nach, was jedoch angesichts der weiten und scheinbar unbewohnten Umgebung reichlich absurd wirkt. Man schmunzelt und fragt sich, wie die Figuren bloß in diese Situationen hineingeraten sind und vor allem, wie sie da je wieder herauskommen? Doch bleibt einem der Witz im Halse stecken, denn es wird rasch deutlich, dass diese ulkigen Konglomerate aus fantastischen Bildideen und Malereitraditionen zumeist Geschichten mit sozialkritischem Einschlag erzählen, die inhaltlich präzis in der Gegenwart zu verorten sind. Marc Elseners Bilder zeigen vertraute Szenen heutiger Lebensrealitäten, die sich – einer unbehaglichen Prophezeiung gleich – nicht hier, sondern in einem scheinbar bereits verlorenen Paradies ereignen.
Sarah Merten, Kuratorin der Galerie im Gluri Suter Huus, Wettingen, Erläuterung zur Arbeit von Marc Elsener

www.marcelsener.ch


© Foto: Marc Elsener


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